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17.12.2010 von eb , - Comic-Art

Wenn der Apfel denken könnte.


Zum Vergrößern anklicken.

DIN-A3
Polychromos mit digitaler Zusatz-Montage.

Zum vierten Advent und aufgrund von Kritik, dass man sich mal wieder ausschließlich aufs Polit- und Gesellschaftsgedröhn versteift hat, für die gewollt nutzfreien Selbstbeschäftiger mit Freude am Nonsens, - ein christliches Thema. Jetzt behaupten ja böse Zungen, dass unsereiner eine böse Zunge besitzt. Solcherlei Untertreibungen sind natürlich wie geschaffen um Schreiberlingen, welche im Gemäuer sensibler Glaubensseelen Unfrieden stiften könnten, die nötige Sensitivität anzumahnen. Aber keine Sorge, - hier geht es lediglich um Früchte und sonstige Gewächse.

Die Frage, warum die Frucht welche des Menschen Verweildauer im Paradies so vehement verkürzt hatte ausgerechnet ein Apfel sein musste, hat ja nun schon genügend Leute beschäftigt. Die besonders diesbezüglich Involvierten sind sich weitgehend darin einig, dass der Baum der Erkenntnis erkenntlicherweise am später folgenden Feigenblatt zur Bedeckung evtl. unchristlicher Körperteile auch kein Apfel-, sondern ein Feigenbaum war. Da Feigen aber damals ganz feige nur was mit Heilung zu tun hatten, und irgendjemand dringend was verbotenes benötigte, gabs Ärger mit dem Lateinischen. Wobei man ein Wort fand, welches sinnigerweise sowohl "böse" als auch "Apfelbaum" bedeuten könnte.

Ein simpler Übersetzungsfehler, der ganze Generationen von Kleinkindern dazu verdammte, beim Beißen in die süße Frucht kreationistische Lieder anzustimmen. Und dies, während man nebenher, der unheiligen Völlerei mit der doch erheblich kalorienhaltigeren Feige frönen durfte. Doch bevor wir uns über mangelhaftes Qualtitätsmanagment beim Übersetzen von Dokumenten verschiedener Epochen mokieren, wenden wir uns lieber einem zweiten Bäumchen zu. Worüber sich die Genesis bis heute nicht ganz schlüssig geworden ist, ist die Frage, ob der Baum der Erkenntnis und der Baum des Lebens jetzt nun das Gleiche mit lediglich unterschiedlichen Funktionalitäten waren, oder es sich um zwei unterschiedliche Gewächse handelte. Im letzteren Fall, hatte der Baum des Lebens neben seiner biblisch fehlenden botanischen Bestimmung evtl. sogar auch einen ganz anderen Gärtner. Denn solcherlei Lebensbäume findet man nicht nur als biblisches Motiv, sondern neben einer ausgesprochen komplizierten Symbolik in der jüdischen Mystik, - auch bei den ollen Germanen. Deren Biologen waren immerhin imstande, die gemeine Esche als Pflanzengattung in der Familie der Ölbaumgewächse dafür zu bestimmen.

Eschen und Symboliken sind jetzt natürlich schwer verdaulich. Und irgendwelche verlockenden Früchte mit denen man so richtig verbotenes tun darf, kriegt man da schwerlich rein interpretiert. Also bleiben wir beim biblischen Gemäuer und fordern die Theologen auf, endlich eine eindeutige Früchtegattung dafür zu bestimmen. Schließlich hat die christliche Händlerseele noch nie Schwierigkeiten damit gehabt, so ziemlich alles mit ihren Interpretationen zu füllen. Und gläubige Seelen lieben Dinge, in deren Symbolik man so richtig genüsslich rein beißen kann. Das macht den Glauben fühlbar. Sozusagen, als spürbarer Ausgleich für abstrakte Gedankengebäude, die in Bibelzirkeln ihren alltäglichen Beweis suchen, um sich dem Unglauben entgegen stemmen zu können. Und manch Zeuge Jehovas würde sich freuen, das hausierende Bilderbuch mit ein paar zusätzlichen optischen Symbolen aufpeppen zu können. Und sind wir doch ehrlich. In parallelen Universen ist alles möglich. Selbst das Hantieren von technisch Unkundigen, mit einer Kettensäge am Baum der Erkenntnis.

Nun hatten Lebensbäume, mythologisch auch immer was mit irgendwelchen Ferkeleien bezüglich Fruchtbarkeitssymboliken zu tun. Was den biblischen Wächtern der Sittsamkeit natürlich schwer fällt, ins Ambiente zu integrieren, - aber durchaus machbar ist. Sollte man also eventuelle Lebensbäumchen irrigerweise symbolisch mit dem Vatikan in Verbindung bringen, und wäre versucht Vorschläge für diesbezügliche fruchtige Gleichnisse zu unterbreiten, dann wäre z.B. die Bananenstaude eine durchaus sinnvolle Ergänzung fürs alte Testament. Nicht nur, dass man der Banane aphrodisierende Wirkungen zuschreibt. So zeigt sie auch den Zustand, dass das weiße weiche Mark, erst nach Entfernen der gelben Schale sichtbar wird. Und solchermaßen seines lebenserhaltenden Schutzes beraubt, bereits nach relativ kurzer Zeit, einem ekelerregenden Fäulnisprozess unterworfen ist. Ein Prozess, der übrigens auch ganz ohne Entfernen der Schale, vollkommen selbstständig, von innen nach außen stattfindet.


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