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16.11.2013 von eb , - Sonstiges

Politikverdrossenheit?

Da wurf mir doch glatt jemand Politikverdrossenheit vor. Das finde ich jetzt überhaupt nicht richtig. Hier wird etwas Grundlegendes verwechselt. Als überzeugter Demokrat bin ich nicht Politikverdrossen, denn dies hieße ja auch Demokratieverdrossen. Davon bin ich ganz weit weg. Das richtige Wort wäre Politikerverdrossenheit. Da gibt es einen vehementen Unterschied. Sinnigerweise, sprechen ja ausgerechnet die ob doch stellenweise recht sichtbarem Überdrusses verdrossenen Politiker, gerne mal davon, dass die Verdrossenen Politikverdrossenheit üben, wenn man der verdrießlichen Politik der Politiker, derer man deshalb überdrüssig ist, dann seine Verdrossenheit bekundet. Komplizierte Sache, - das. Und hat offenkundig auch dazu geführt, dass im subalternen Milieu von Medien-Konsumenten solcher wiederum zum Verdruss führender Aussagen, ein Alltagsverhalten entstanden ist, in welchem Politikverdrossenheit und Politikerverdrossenheit, des Öfteren als das Gleiche betrachtet werden. Ein gar nicht mal ungefährlicher Zustand. In welchem eigentlich jeder, der mit der aktuellen Politik aktueller Politiker unzufrieden ist, automatisch in die Sparte Demokratieverdrossenheit verdros(s/ch)en werden kann.

Was das selber mit Demokratie zu tun haben soll, könnte man sich natürlich fragen. Wenn da nicht der Zustand wäre, dass Demokratie eben auch was mit einem möglichen Vertrauen in ihre diesbezüglich aktivsten Vertreter zu tun hat. Und wie bei vielen anderen auch, zumindest in meinem Bekanntenkreis, gehören Worte wie Fairness, Anstand und Glaubwürdigkeit, überhaupt nicht zu den Überbleibseln untergegangener Kulturen. Eine politische Kultur des Agierens nur noch unter strategischen Kalkülen dagegen, - ist genauso wenig vertrauenerweckend, wie vollkommen überstrategisiertes rhetorisches Verhalten zur parteipolitisch und zudem noch höchst flexiblen Machtpositionierung, wie auch das Ausnutzen auch noch des miesesten demagogischen Tricks, zum medialen Fort-, Ver-, und Überführens möglicher Wählerstimmen. Mag ja sein, dass dies im Zeichen Schröderscher Mediendemokratie im Unternehmen Deutschland, irgendwie aus den PR- und Marketingabteilungen großer Industrieunternehmen abgekupfert wurde. Das Problem ist, das macht es überhaupt nicht glaubhafter. Und so mancher Verkäufer im alltäglichen Leben, selbst in der Sparte Gebrauchtwagen, hat da irgendwie noch den Boden unter den Füßen, wo er noch merken könnte, dass zwischen Angebot und Nachfrage, durchaus so etwas wie Misstrauen entstehen kann. Also was mich betrifft, - ich wünsche mir wieder Demokratie. Und die ist nur möglich mit Demokraten. Gebrauchtwagenhandel dagegen, - ist ein Metier der Marktwirtschaft, - nicht der Politik. Das Ding, dass jetzt jeder zum Verkäufer werden soll, ist genauso abgelutscht, - wie es schief gegangen ist. Wieso kommt so was immer dort als Letztes an, wo es als Erstes Sinn machen könnte?


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