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15.11.2010 von eb , - Karikaturen

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oder auch....
wir bringen euch Frieden




Die Deutschen Leistungsträger sind eine friedliebende Rasse. Obwohl, - Rasse, ist vielleicht ein wenig politisch unkorrekt. Das turbulente Gemisch aus Altgermanen, Kelten, Slawen und sonstigen späteren Zwangschristen aus der Schmiede Karls des Großen, hat schon immer Schwierigkeiten damit gehabt, sich weniger als das zu betrachten, was es nun einmal nicht ist. Irgendwann und irgendwo, macht jeder mal das fest, was er so als seine Identität mit heimatlicher Esskultur betrachtet. Ist ja auch verständlich. Niemand ersetzt gerne die schnittige Lederhose mit Weißwurstambiente in Preußischblau durch Pfälzer Saumagen, wenn nebenher jungbackene Germanenrecken lateinische Kreuzworträtsel mit druidischen Runen verwechseln. Wo kämen wir da hin? Die Amerikaner bezeichnen ihre europäisch, lateinamerikanisch, indianisch und inuit geschwängerte Kultur ja auch als das, was sie eben gerade so als Amerika verstehen.

Ist ja jetzt auch nichts schlimmes dabei. Irgendjemand zieht immer irgendwelche Grenzen, und erklärt deren Inhalt zum ultimativen göttlichen Rest dessen, was der Rest dann wieder mißmutig als möglichen Konkurrenten zum eigenen Rest betrachtet. Keine Ahnung, warum das so ist, - aber usereins hat ja auch noch niemand deswegen um Weisheiten gebeten, die man sowieso nicht abgeben könnte.

Bemerkenswert jedenfalls, der Wille sich und auch den Rest der Welt, auch in den friedlichsten Zeiten so mit Waffen voll zu stopfen, dass man nun auch wirklich die gesamte Geschichte herrlich krachend in Schwarzpulverdampf, atomaren Rauchpilzen und ratternden Geschützsalven in einen einzigen weltweit umspannenden Anti-Kriegsfilm verwandeln kann. Ab und zu kommt man dabei mal an die Grenzen. So wie bis in die 80iger zum Beispiel. Man hat das damals kalten Krieg genannt. Der war so kalt, dass man sich nicht getraut hat, der Sache endgültig den Gnadenschuss zu versetzen. Aber wer will schon auf fröhliche Spiele verzichten, wenn man in den Genuss kommen kann, in das gähnende Loch der 120 mm Panzerkanone eines deutschen Leopard 2A5 oder eines französischen Leclerc zu schauen. Das ist ein wenig wie Bungeespringen. Drückt der drinnen jetzt ab, oder nicht?

Die Menschen lieben so etwas. Naja, nicht alle. Ein paar harmlose Gesellen oder Gesellininnen, die nichts bedeutenderes im Sinn haben als ihre Kinder über die Runden zu bringen, findet man immer. Aber die sind ziemlich unwichtig. Genauso wie dunnemals, vor dem vorzeitigen Ende des anscheinend dann doch zu heiß gewordenen kalten Krieges, spielt die dicke Bertha mit der Stalinorgel da, wo man mittels elektronischer Luftaufklärung am effektivsten Lichter ausblasen kann, die zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort, gerade im Wege stehen. Hier geht es schließlich um Frieden. Also weltweiten Frieden. Der Frieden ist dort am größten, wo die meisten Waffen raus starren oder hergstellt werden können. Denkt sich die Gegenseite natürlich auch. Jedenfalls die, welche sich gerade als Gegenseite betrachtet. Und wenn die eigene Waffenschmiede nicht am Zahn der Zeit liegt, kauft sie Waffen beim Nachbarn dessen, dessen eigene Waffen grad in die falsche Richtung zeigen. Macht ja auch Sinn. Bläst du mein Licht aus, blas ich dein Licht aus. Lediglich eine Frage der Schnelligkeit dessen, der zuerst im Dunkeln das Lichtlein sieht. Sinnvollerweise bläst man die Kerze gleich als erster aus. Dann ist Ruhe im Karton. Blöderweise sind dann die ganzen schönen Spielzeuge ziemlich sinnlos. Weshalb es Sinn macht, sich ein neues Ziel auszudenken. Das hält das Geschäft am Laufen, und viele Ingenieure sind ganz begeistert davon, sich ihren Lebensunterhalt mit der Entwicklung fröhlicher Apparaturen zu verdienen, mit welchen man so effektiv wie möglich, den endgültigen Frieden im kärglichen Dasein des menschlichen Lebens verbreiten kann.

So eine Flugdrohne z.B. ist eine der neuesten Mustererklärungen der amerikanischen Friedfertigkeit an den Rest der Welt. Ein wenig altbacken die Flugtechnik, aber ansonsten der echte Hit in Sachen friedlicher Sanktionierung unwilliger Sterbebereitschaft. Da wollen die schwarz-rot-goldenen Friedensstifter natürlich nicht zurück stehen. Weshalb zum Beispiel, aus rein friedliebend marktökonomischen Gesichtspunkten, die stillen Wasser des Bodensees eine recht eindrucksvolle Bilanz an friedlichen Absichten vorweisen, die sich in anderen Ländern im rötlichbraunen Blut von Menschen, glanzvoll im Licht der Wüstensonne manifestieren. Und damit auch die nächste Generation noch Spaß am munteren Spiel des lustvollen Tötens hat, bereitet man gleich schon mal die Kinder mittels schulleiterischer Absprachen zwischen Schule und Industrie darauf vor, sich eventuell am Basteln modernerer Gerätschaften zum friedlichen Zerstückeln und Zerhacken sinnloser Menschenkörper zu beteiligen, die einfach keinen Spass am Spiel aufbringen können. Junges Leben bringt eben immer noch die meiste Dynamik auf, wen es darum geht, auch den nächsten Generationen das stilvolle; in die Luft Sprengen anderer junger Leben, geschmacklich nahe zu legen.

Eine geschmackliche Ausrichtung, die unser friedliebendes Land mittlerweile zum drittgrößten Exporteur sinnvoller Einrichtungen zum munteren Auslöschen von Lebenslichtern befördert hat. Kurzum, - deutscher Spiel und Spasstrieb mit profitablen Ergebnissen für die Spielehersteller, hat uns auf das Bronzepodest der weltbesten Hersteller zum friedlichen zersägen, zerhacken, zerstückeln, zerreißen, in die Luft sprengen, niedermähen und abknallen von Menschenleben befördert, die einfach nicht verstehen wollen, - dass wir lediglich nur Frieden bringen wollen. Und die wehren sich auch noch dagegen. Kann das jemand verstehen?


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