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20.03.2013 von eb , - Allerlei Textliches

Wirrnis, - auch beim Portrait.

Ausschnitt aus;
Captain Future hat'n Date mit dem Leben.
bild Naja, das Bäääh in deutscher Begrifflichkeit der edlen Form portraitierender Darstellungsweisen, hat auch so seine Mucken. Erstaunlich, wie intensiv sich der Klassifizierungswahn über eine bereits gewachsene Abstraktion vieler Möglichkeiten her machen kann, - um dann doch wieder bei den vielen Möglichkeiten zu landen. Sei's drum. Auch ob das hiesige Portr"äää"t jetzt besser klingen soll, als das französische "Portrait", kann der belustigte Benutzer schräääger Umlaute, ja immerhin noch genauso für sich selber entscheiden, wie der kunstvoll konstruierte Nichtkünstler, sich seine Nichtporträääts gönnen darf. Was nicht bedeuten muss, dass nicht auch solchereiner, im Zweifelsfalle auf Seiten der Künstler steht. Also kommen wir zu den ernsthafteren Dingen nationalisierter Sonderlichkeiten.

Dafür begibt sich unsereins, sogar in die Untiefen eines doch eher abgelehnten Gesamtumfeldes. Nun hat sich ja gen Jahresanfang, - auch ein munterer Schotte, den ich einfach wegen eines unglaublichen Portraits von Nelson Mandela bewundern muss, - daran gewagt, eine andere Person des öffentlichen Lebens, diesmal mit adligen Edelkeiten, auf portraitierende Weise zu verarbeiten. Jedenfalls, - irgendeine Herzogin mit teeniehaftem Grundgebahrem und auch entsprechendem Styling, die er dann als natürliche Person auf die Leinwand bringen sollte. Normalerweise, interessiert sich ansonsten unsereiner nicht zwingend für bildfüllende Gesichter aus der Upper-Class. Außerdem riecht's generell, bei den Öligen darunter, gar immer furchtbar nach Terpentin. Aber hier herrscht die Besonderheit, dass sich die Portraitierte keinerlei Verbesserungen ihres tatsächlichen Aussehens wünschte, und mit dem Ergebnis auch noch zufrieden ist. Eine gen Himmel schreiende echte Ausnahme. Dann macht der arme Kerl das auch noch, und die gesamte Kunstkennermeute britischem Hochmuts, bricht über ihm zusammen und meint, - er hat sie zu alt gemalt. Einfach wegen der Falten, - und so.

Hierzu, sehe man sich das Bild, auch im Verhältnis zur grausamen Realität eines möglichen Spektrums, - etwas genauer an. Das muss jetzt nicht zur Annahme verführen, dass Lachen hässlich macht. Schon mal gar nicht deswegen, weil dabei Falten entstehen. Zugegeben, er hat ihr eine leichte Kartoffelnase verpasst, die nicht unbedingt deckungsgleich mit der Realität kooperiert. Das ist aber merkwürdigerweise nicht das, was die Leute stört, ( und auch nicht stören muss, weil es einfach charmant aussieht ), sondern eine erwartete billige Makellosigkeit von Jugendlichkeit. Zudem, scheint der gute Mann vom zum Schmunzeln neigendem Mund der Dame so fasziniert gewesen zu sein, dass daraus ein fotorealistisches Bildzentrum entstanden ist, welches unterhalb der optischen Mitte liegt und durch Überbetonung der Augen mit Lichtreflexen, darüber wieder ausgegelichen wurde. Was ein Dreieck zur Sichtlenkung ergibt, dem der gesamte Rest, der Realität sanft ausweichen kann und damit etwas wunderbares ermöglicht. Man beachte dabei das Schätzungsvermögen des möglichen Alters einer Dreissigjährigen, die ausgeschlafen eigentlich noch mit zwanzig durch geht, und einer Ü50igerin die bildhaft noch unter die dreißig kommen könnte. Eigentlich phänomenal. Man könnte das sehen, was man sehen möchte, innerhalb einer Zeitspanne von gut 30 Jahren. Und das grinst immer noch. Es sei denn, man ist durch zeitgemäße Werbung und deren aufs Minimum ästhetisierte Jugend- und Schönheitsideal bereits schon so konditioniert, dass man so etwas wie Zeitlosigkeit gar nicht mehr sichten kann.

Farbe und Leinwand sind nun mal nicht Linse und CMOS-Chip. Wer einfach nur reinen Fotorealismus oder Momentaufnahmen mit Stift oder Pinsel will, findet das selbst noch im Comic-Shop. Und wenn man einen dauergrinsenden Teenager mit "For-Ever-Young" Feeling in Öl haben möchte, dann nimmt man sich einen Kunststudenten mit Rockn-Roll-Gefühl, - und lässt den das machen. Und nicht einen fast 60-jährigen Mann mit deutlichem Hang zum Aristokratischen. Mit zudem eindeutigem Stil, den er selber kaum verleugnen wird aber in diesem Fall trotzdem nicht konsequent eingehalten hat. Und ausgerechnet den, bezeichnet man dann als Antimonarchisten, weil er das übliche Ambiente auch noch glatt übertrieben hat. Also, so langsam weiß man bei den Briten nicht mehr so recht, wo denn ihr heimeliger Stil fürs würdevolle Ambiente monarchistischer Umgebungen nah an der Geisterstunde ab geblieben ist. Dann kann man ja auch gleich auf Herzöge verzichten. Seh ich jetzt überhaupt kein Problem darin, aber wenn schon, - denn schon. Also, ich finde, - er hat's wirklich gut getroffen. Zumindest hat er es geschafft, darüber der tatsächlich schwierigen ästhetischen Leere eines schönen Gesichtes, wirkliches Leben, sogar zwischen den Jahren einzuhauchen. Wie das aussieht, hat er sogar noch veredelnd einen Hauch von Mona Lisa im Hinterhirn gehabt. So ein Lümmel aber auch. Feinheiten, welche die Doppelmoral eines die Monarchie ständig aufs Neue verjüngenden Inselvolkes, eher nicht mehr sieht. Früher hätte man einfach gesagt, - Perlen vor die Säue werfen.

Was wahrlich kein alleinig britisches Problem ist. Und unsereiner gehört auch ganz bestimmt nicht zu denen, die mit dem "Früher war alles besser" heimleuchten, oder gar noch Monarchien gut heißen. Aber For-ever-young in High-Heels, glatt noch mit Monarchie im Bilde zu verwechseln, zeigt mir doch über-deutlich, wo hier die Queen auf der Zahnpastatube des Marktvolkes klebt und damit auch noch einen Shitstorm von der Stange lässt. Aber man kann so was, auch ganz stillos sehen. Kunst muss schließlich kommunizieren, aber nicht unbedingt antworten. Sie darf, bzw. muss sogar, provozieren, inspirieren, kosten, nichts kosten, nicht kompliziert sein.... Und auch irgendwie überhaupt sein. Stinken, darf sie natürlich auch. Wenn man lange genug sucht, dann darf sie eigentlich alles. Bis halt jemand kommt, der das wieder anders sieht. Schwierige Sache, - das. Nehme ich auch nur einen Teil der Möglichkeiten, insbesondere den mit der Kommunikation und Provokation, dann hat der Maler seiner Durchlaucht, - ebenfalls einen verdammt guten Job gemacht.


Kommentare:


fenrir Uhrzeit 20.3.2013 19:59:42

Kunst muss provozieren und kommunizieren. Gefällt mir. Aber mal ehrlich. Welcher Künstler der Mainstreammedien traut sich das wirklich. Vieles was da präseniert wird, ist so seicht wie eine Regenpfütze auf der Autobahn. Und in etwa so mutig wie ein verwehender Affenfurz.
Kunst MUSS provozieren, und aus sich selbst heraus entstehen. Aus Mut zu Experimenten und Verurteilung von Kommerz entstehen. Sehe ich zumindest so. Einem wirklichen Künstler. Ob Maler, Autor, Satiriker oder was auch immer ist "seine" Kunst wichtig, nicht der Verdienst der damit eventuell erreicht werden kann. Ein Ideal? Vielleicht, aber eine wünschenswertes.
Guter Text übrigens!


eb Uhrzeit 20.3.2013 20:20:35

Welcher Künstler der Mainstreammedien traut sich das wirklich. Vieles was da präseniert wird, ist so seicht wie eine Regenpfütze auf der Autobahn. Und in etwa so mutig wie ein verwehender Affenfurz.

Öhhm. Ok. Du hast mich geschlagen. Ersetz den Satz einfach durch meinen Text, und wir sind absolut einer Meinung. Besser geht's gar nicht mehr. :-)



Stefan R. Uhrzeit 21.3.2013 14:50:35

Tscha, so isses, wer ein Gemälde in Auftrag gibt, bekommt im Zweifel eben kein Glamourfoto, sondern einen zuweilen höchst speziellen Blick auf sich - und der muss nicht immer schmeichelhaft sein. Und eine Frau von dreißig ist nun einmal keine 18 mehr.
Ich bin zwar alles andere als ein Kunstkenner, aber die Glanzlichter in den Augen der portraitierten Dame erinnern mich irgendwie an diese Mädchenzimmerposter mit den triefäugigen Pferden und Einhörnern, die man in der Fußgängerzone beim Pubertätsbedarf bekommt...


eb Uhrzeit 21.3.2013 16:7:37

Hihi, naja, - das berühmte Zahnpastablitzen in die Augen verlegt. Ein wenig arg grafisch ausserhalb normaler Lichteinflüsse übertrieben. Aber hätte er's nicht gemacht, würdest du bei der ganzen Weichzeichnerei nur auf den Mund schauen.


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