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15.09.2012 von eb , - Gedichtle, Blumiges, Textbilder

Warum ich Gemüsemärkte mag.

Oh kleiner Markt, du fröhlich Ort,
inmitten bunter Menschentrauben.
Du bist nicht schuld, dass alles fort,
was Menschen lässt an Menschen glauben.

Sie wollten mehr, - im großen Stil,
und jeder möglichst alles.
Dein Name steht für viel zu viel,
was Echtes tauscht durch Pralles.

Voll Trauer, denk ich an deinen Charme,
wenn ich nun höre deinen Namen.
Seh in dir Menschen herzensarm,
die deinen Charme dir nahmen.

Du, - dessen Sinn verloren ist,
nun bist du nicht mehr Ort, - noch hier,
Du, - der du nicht mehr unter Menschen bist,
sondern diese, - unter dir.

.....

Oh Markt, du all gewaltig Gott,
du Licht am Strand der Profiteure.
Du machst auch mich als Ware flott,
verlangend, - dass ich dir gehöre.

Du Tempel derer, die im Geld geboren,
und durch dich, es neu vermehren.
Du feuerst Geld aus allen Rohren,
um es dreifach wieder einzukehren.

Du Himmelszelt der Spekulanten,
und Hort der Skrupelosigkeit.
Du verlangst für dich Garanten,
doch gibst zurück nur Ungerechtigkeit.

Du Warenhaus der Arbeitskräfte,
und Kirchplatz kalter Herzen.
Saugst aus bis auf die letzten Säfte,
und lässt zurück nur Schmerzen.

Du Pfandhaus der Humanität,
und Förderstall der Egomanen.
Du machst Verkäuflichkeit zur Bonität,
und Werbung zum illustren Rahmen.

Du Wettbewerb des Monopols,
und Leistungskampf der Kleinsten.
Lässt leben nur zugunsten deines Wohls,
und sterben selbst die Reinsten.

Du Lügenhaus der Selbstdarstellung,
und Management des hohlen Seins.
Lässt selektieren auf Bestellung,
und tanzen nach des eitlen Scheins.

.....

Du Moloch ohne jede Wahl,
der reitet Politik, - wie Königsschimmel.
Saugst Menschen auf als Kapital,
und bläst dich damit auf, - wie Götterhimmel.

Denn Gott ist tot, - und auch die Kinder,
die nicht mehr leben dürfen, - was sie sind.
Leben, - bleiben nur die Schinder,
- die deine besten Sklaven sind.



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