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05.06.2012 von eb , - Allerlei Textliches

In eigener unsachlicher Sachlichkeit.

Ob das jetzt für den digitalen Wüstenwind interessant ist, - weiß ich nicht. Aber am lokalen Wasserloch, hat man sich mal wieder ein paar Rüffel eingefangen, ob zu viel Politgedröhns und wo denn die bunten Bildchen bleiben. Andere wiederum, freuen sich, dass man anscheinend endlich mal wieder vernünftig sachlich geworden ist. (Und das mir). Ein wenig nervt dies. Sich von politischen und/oder (ich trenn da nicht zwischen) gesellschaftlichen Themen nicht auffressen zu lassen, muss nicht das andere Extrem bedeuten, - nämlich es komplett zu ignorieren. Eine gesunde Verhältnismäßigkeit, finde ich durchaus brauchbar. Jeder kann sich natürlich in seinen heimeligen Lieblings-Schuhkarton zurück ziehen, und den lieben Gott einen weisen Mann sein lassen, der einem dann die Hosen runter zieht. Auf der anderen Seite, kann man sich auch so damit zu nageln, dass daraus auch ein Schuhkarton wird, der keinerlei Brücken mehr zwischen der Vielfalt der Menschen zulässt. Es ist Frühling Leute. Zieht die Sandalen an oder geht barfuß. Da braucht's keinen Schuhkarton. Auch nicht den vom fixen Polit- oder Kunst- oder was weiß ich blogger. Dem einen oder anderen Naturfetischisten, und der einen oder anderen Künstlerseele, täte ein wenig politische Beschäftigung mit der eigenen Zukunft genauso gut zu Gesicht stehen, wie es dem einen oder anderen politischen Strategen hilfreich sein könnte, etwas über die Menschen zu erfahren, für die er sich politisch theoretisch berufen fühlt. Dies möglichst, - bevor er die Welt erklärt. Die leider auch als System, - nicht unkomplizierter, aber dafür kälter wird. Aber kommen wir zu den bunten-, statt den menschlichen Sachen.

Der Grund für den momentanen Farbmangel auf dem Monitor ist, dass der Spaß an den halb- bis besonders schnellen Quickys, der langwierigeren Beschäftigung mit Einzelbildern zum Opfer gefallen ist. An denen zudem auch nur dann gebastelt wird, wenn die nötigen Ruhemomente dafür vorhanden sind. Die leider nicht besonders reich gesät sind, - aber gerade deshalb unbedingt ergeben, - dass das Ausgangsbild im Kopf, nicht nur weiter nach reifen kann, sondern zusätzlich sich auch ständig mit Außeneinflüssen, Veränderungen und auch Zusätzen auseinander setzen muss. Wenn man dies weit genug treibt, entsteht ein Mix aus allem Möglichem, der aber trotzdem auf einem Grundgedanken aufgebaut ist. Eine noch krassere Vorgehensweise ist, einfach schon direkt am Anfang, ganz unkonstruktiv und ohne jeden Plan los zu legen und darauf weiter aufzubauen. Was sogar einen Grundgedanken negiert. Neben den vernebelten Üblichkeiten, finde ich das einfach richtig spannend. So kompliziert muss man das aber jetzt auch nicht sehen. Generell, war ich einfach nur dieses; "Den Gedanken aufs Papier knallen" satt.

Aber bevor das hier der übliche mythische Psycho-Pinslerspiritualismus wird, - kann ich zudem verkünden, dass ich die Frage, wie man Leinwandbilder in Sammelmappen lagert, - gelöst habe. Das Zauberwort heißt Malpappen. Mit grundierter Leinwand bespannte und zusätzlich behandelte Hartpappen mit ca. 3 mm Dicke. Ist ja jetzt nicht unbedingt das spektakulär neueste, aber ob meines Starrsinns in Punkto selbst gefertigter glatter Flächen, - bisher leider immer ignoriert worden. Habe mich test-halber mit einigen davon im Format 40x50cm eingedeckt. Das ist etwas kürzer, aber auch ein wenig breiter als mein Lieblingsformat DIN-A2. Und auch zusätzlich noch einen Packen annähernd im Format DIN-A4, für den Spaß zwischendurch. Momentan, wird aber noch auf einem der auf Keilrahmen bespannten Leinwände gesegelt. Da fliegen ja immer noch einige leere davon herum, die auch noch verbraten werden müssen. Wenn's mich also zwischendurch nicht packt, wieder die Ölkreidestifte oder Tusche zu quälen, sieht die Zukunft also vorerst grob nach Acryl und auch Öl-, aber eben auch mit mehr reinen, - unanständig nackerten Buchstabenblogs aus.

Letzteres auch deshalb, weil unsereiner auch das grafisch ökonomische Gewohnheitstier erstechen möchte, und darum die Grenzen von Acrylfarben überschreiten muss. Was eventuell auch den alleinigen Gebrauch von Ölfarben oder zumindest Öl auf Acryl beinhaltet. Und bevor mir jetzt die Anhänger von Sprüchen wie; "Mit Acryl malen wie mit Öl", ihre Retarder oder Glyzerin ans Hirn schmeißen, möchte ich lieber abwinken. Es ist niemals das Gleiche. Ich finde diese Aussagen traurig. Natürlich hantiere ich neben der Normalverdünnung mit Wasser auch mit diesen Trickkisten, aber mit solchen lapidaren Statements, hat man schon so manchem freudigem Einsteiger, einfach nur den Spaß verdorben. Was überhaupt nicht sein muss. Das Strecken der Trocknungszeiten von Acryl, ist genauso sensitiv, von der Umgebungstemperatur, Luftfeuchtigkeit, der Gleichmäßigkeit des Farbauftrages, der Saugfähigkeit des jeweiligen Farb- oder Grundierungsuntergrundes und der gewünschten Deckkraft abhängig wie ohne Streckung, - besitzt aber trotz Streckung ein sehr viel kleineres brauchbares Zeitfensters für "wirkliche" "Nass in Nass" Techniken, - als mit Ölfarben. Auf der anderen Seite, ist die Phrase von der öligen Königsdisziplin, auch nichts weiter als ein abgedroschenes Klischee. Aber gut für Raucher, - die haben das Fenster eh immer offen. Sei's drum. Der Zeitaufwand wegen trocknender Zwischenschritte ist in beiden Fällen umfangreicher. Und zu den Helden, die wegen der letzten, endlos nicht trocknen wollenden klebrigen Stellen, Brandlöcher mit dem Föhn in die Leinwand brennen, gehört unsereiner eher nicht. Also können unter Umständen schon mehrere Wochen, und für ganz wilde Sachen, evtl. sogar mal Monate für ein Bild durchs Land fließen. Was ich allerdings jetzt nicht unbedingt glaube, denn so manche Trocknungszeit, kann ja evtl. mit kleineren Sachen im DIN-A4 Format aufgemöbelt werden. Hängt einfach von der Zeit und Ruhe dafür ab. Und für Nachahmer, der wichtigste Tip überhaupt; Alte Klamotten anziehen, - das Super-Duper-Lieblings-T-Shirt, ist definitiv die falsche Spaßbekleidung dafür. (Ich sag das nur, weil ich das immer vergesse;-) Ansonsten, - für ganz Ungeduldige, gibt es ja immer noch die digitale Galerie. Als Galerist, Ausstellungsleiter und Direktor des eigenen digitalen Museums, bin ich mir meiner Verantwortung für die eigene Eitelkeit natürlich bewusst, und fege dort mehrtägig den Staub aus den heiligen Hallen ;-)


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