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27.10.2016 von eb , - Aktuelle Bilder

Die Trolle- und auch Sonstiges, - im Verborgenen ... (8)

(C.) (Klick macht große Hörner).
bild Das eigene Märchenambiente mit Bilderbuch auch für die Kleinen unter uns, hab ich in letzter Zeit ja schwer vernachlässigt. Schande über mich, - aber die Welt ist so ausreichend mit Spezialisten dieser merkwürdigen Mischung aus Kulturgeschrei und Esoterikbrei für als Kulturapostel getarnte Kulturbanausen bestückt, welche auch vor der Märchen- und Sagenwelt nicht halt machen, dass da kaum die Chance besteht, dass mein eigenes Märchenambiente wegen ausgehendem Stoffs gar untergehen könnte. Als mir letztens denn auch mal wieder ein Anhänger der Marke keltisch-druidischer bis germanischer Spiritualitäten die Welt seines Seelenheils im tiefen Einklang mit der Natur und ihren Geistern erklärte, - konnte ich gar nicht anders, - und hab mich schnellstens wieder durch den nächsten vermoderten Baumstumpf mit Wurmloch zum entsprechenden Märchenland gebeamt, - und durfte dort tatsächlich, auf einen schwer sympathischen Bewohner desgleichen treffen.

Kurt, - der Halbfaun.

Auf Wunsch seines Vaters, sollte Kurt eigentlich Satyr werden. Oder Faunus bzw. im eingedeutschten, - Faun. Doch zu seinem Leidwesen, entwickelte sich der Junge nicht nur zu einem ausgesprochenem Sensibelchen, sondern hatte auch ganz andere Vorstellungen vom Leben. Voran dies lag, konnte Papa auch nicht sagen. Satyre sind von sich aus schon Mischwesen und eventuelle Erbanteile mütterlicherseits zurück zu verfolgen, ist angesichts der Dauerlüsternheit von Satyren einfach ein Ding der Unmöglichkeit. Auch diesbezüglich war Papa schwer enttäuscht, als Kurtchen auch noch anfing Hosen zu tragen.

Kurt selber, ging das alles nur noch auf die Nerven. Er hatte einfach keine Lust dazu, den lieben langen Tag hinter Nymphen her zu jagen, sich das Hirn mit Wein zuzuschütten oder Flöte zu spielen. Den endgültigen Rappel bekam er, als ihn die Reiselust packte und es ihn für ein paar Tage in die Welt der Menschen verschlug. Wo er sich inkognito auch noch deren Bilderflut alter Meister von ständig notgeilen betrunkenen hässlichen Satyren antun musste, die auf zwar genauso notgeile- aber trotzdem immer betont jungfräulich hübsche junge Nymphen abfuhren. Als er sich dann auch noch Theaterstücke mit ähnlichem Sujet wie z.B.; "Die Schöne und das Bist" sowie ein paar alte Filme mit ausschließlich Blondinen entführenden Aliens- oder; "King Kong und die weiße Frau" ansah, packte ihn endgültig der Grusel, rasierte sich die Beinbehaarung auch noch weg, sah zu, dass er wieder ins Märchenland kam, - und lebt seither weit weg von allem, was ihm irgendwie als übertriebenes Kulturgedröhn erscheint. Er ist heute eigentlich recht glücklich, züchtet Blumen, tut keinem was und hatte jüngst sogar ein romantisches Date mit einer verwitweten Wüstenfee aus 1001 Nacht.



Der Unterschied zwischen einem Spinner und einem Esoteriker, - ist eigentlich ganz einfach. Ersterer spinnt, - ganz klar, - aber letzterer glaubt und missioniert auch noch das Zeugs, was er in der Regel nicht mal selber verzapft hat.

Kurt der Halbfaun, während eines interessanten Gespräches über die Psychologie magisch-mythisch orientierter Kulturverbundenheiten.


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